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Barmherzigkeit heute leben Werke der Barmherzigkeit für heute

 Im „Jahr der Barmherzigkeit“ ruft uns Papst Franziskus auf, uns nicht nur tiefer der Barmherzigkeit Gottes bewusst zu werden, sondern die Barmherzigkeit, die wir erfahren, weiterzugeben an andere. Der Papst regt dazu an, die „Werke der Barmherzigkeit“ neu zu entdecken. Auch Bischof Gregor M. Hanke hat in seinem Wort zum Heiligen Jahr zum barmherzigen Tun aufgefordert und an die „Werke der Barmherzigkeit“ erinnert, nicht als moralische Kraftübung, sondern als Ausdruck eines Handelns, das der Nachfolge Jesu entspricht. Kennen wir die traditionellen „Werke der Barmherzigkeit“ noch? Die sog. „leiblichen Werke der Barmherzigkeit“: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte bekleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote begraben. Diese Werke der Barmherzigkeit bleiben zeitlos in Geltung, auch wenn sie in verschiedenen Zeiten oder in unterschiedlichen Gesellschaftssystemen unterschiedliche Gewichtung haben. Die sog. „geistlichen Werke der Barmherzigkeit“: Unwissende lehren, Zweifelnden raten, Trauernde trösten, Sünder zurechtweisen, Beleidigern gerne verzeihen, Lästige geduldig ertragen, für die Lebenden und Verstorbenen beten. Um diese Werke zu tun, müssen wir manchmal unser Herz in beide Hände nehmen und viel Mut aufbringen. Vielleicht klingt das alles zu „altmodisch“, zu traditionell? Brauchen wir heute andere „Werke der Barmherzigkeit“? Oder brauchen wir eine andere Sprache dafür? Bischof Wanke von Erfurt hat anlässlich des 800. Geburtsjahres der hl. Elisabeth von Thüringen im Jahr 2007 überlegt: Wie würde die Heilige, die sich im Dienst für die Armen aufgerieben hat, heute Barmherzigkeit leben? Was heißt heute Barmherzigkeit? In diesem Pfarrbrief und in den folgenden Ausgaben können Sie nach und nach die 7 Werke der Barmherzigkeit lesen, wie sie Bischof Wanke 2007 für Thüringen neu formuliert hat:

1. Einem Menschen sagen: Du gehörst dazu.
Was unsere Gesellschaft oft kalt und unbarmherzig macht, ist die Tatsache, dass in ihr Menschen an den Rand geschoben, ja vergessen werden: Arbeitslose, Ungeborene, psychisch Kranke, Asylsuchende  und Flüchtlinge usw. Das positive Signal, auf welche Weise auch immer ausgesendet: „Du bist kein Außenseiter!“ „Du gehörst zu uns!“ – ist ein sehr aktuelles Werk der Barmherzigkeit.

2. Ich höre dir zu.
Eine oft gehörte und geäußerte Bitte oder Klage lautet: „Hab doch einmal etwas Zeit für mich!“; „Ich bin so allein!“; „Niemand hört mir zu!“ Die Hektik des modernen Lebens, die Ökonomisierung von Pflege und Sozialleistungen zwingt zu möglichst schnellem und effektivem Handeln. Es fehlt oft – gegen den Willen der Hilfeleistenden – die Zeit, einem anderen einfach einmal zuzuhören. Zeit haben, zuhören können – ein Werk der Barmherzigkeit, paradoxerweise gerade im Zeitalter technisch perfekter, hochmoderner Kommunikation so dringlich wie nie zuvor!

3. Ich rede gut über dich.
Jeder hat das schon selbst erfahren: In einem Gespräch, einer Sitzung, einer Besprechung _ da gibt es Leute, die zunächst einmal das Gute und Positive am anderen, an einem Sachverhalt, an einer Herausforderung sehen. Natürlich: Man muss auch manchmal den Finger auf Wunden legen, Kritik üben und Widerstand anmelden. Was heute freilich oft fehlt, ist die Hochschätzung des anderen, ein grundsätzliches Wohlwollen für ihn und seine Anliegen und die Achtung seiner Person. Gut über den anderen reden – ob nicht auch Kirchenkritiker manchmal barmherziger sein könnten?

4. Ich gehe ein Stück mit dir.
Vielen ist mit einem guten Rat allein nicht geholfen. Es bedarf in der komplizierten Welt von heute oft einer Anfangshilfe, gleichsam eines Mitgehens der ersten Schritte, bis der andere Mut und Kraft hat, allein weiterzugehen. Das Signal dieses Werkes der Barmherzigkeit lautet: „Du schaffst das! Komm, ich helfe Dir beim Anfangen!“  Es geht dabei oft, aber nicht nur um soziale Hilfestellung. Es geht um Menschen, bei denen vielleicht der Wunsch da ist, Gott zu suchen. Sie brauchen Menschen, die ihnen Rede und Antwort stehen und die ein Stück des möglichen Glaubensweges mit ihnen mitgehen. 5. Ich teile mit dir. Es wird auch in Zukunft keine vollkommene Gerechtigkeit auf Erden geben. Es braucht Hilfe für jene, die sich selbst nicht helfen können. Das Teilen von Geld und Gaben, von Möglichkeiten und Chancen wird in einer Welt noch so perfekter Fürsorge notwendig bleiben. Ebenso gewinnt die alte Spruchweisheit gerade angesichts wachsender gesellschaftlicher Anonymität neues Gewicht. „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude!“

5. Ich teile mit dir.
Es wird auch in Zukunft keine vollkommene Gerechtigkeit auf Erden geben. Es braucht Hilfe für jene, die sich selbst nicht helfen können. Das Teilen von Geld und Gaben, von Möglichkeiten und Chancen wird in einer Welt noch so perfekter Fürsorge notwendig bleiben. Ebenso gewinnt die alte Spruchweisheit gerade angesichts wachsender gesellschaftlicher Anonymität neues Gewicht. „Geteiltes Leid ist halbes Leid, geteilte Freude ist doppelte Freude!“

6. Ich besuche dich.
Meine Erfahrung ist: Den anderen in seinem Zuhause aufsuchen ist besser, als darauf warten, dass er zu mir kommt. Der Besuch schafft Gemeinschaft. Er holt den anderen dort ab, wo er sich sicher und stark fühlt. Die Besuchskultur in unseren Pfarrgemeinden ist sehr kostbar. Lassen wir sie nicht abreißen! Gehen wir auch auf jene zu, die nicht zu uns gehören. Sie gehören Gott, das sollte uns genügen.

7. Ich bete für dich.
Wer für andere betet, schaut auf sie mit anderen Augen. Er begegnet ihnen anders. Auch Nichtchristen sind dankbar, wenn für sie gebetet wird. Ein Ort in der Stadt, im Dorf, wo regelmäßig und stellvertretend alle Bewohner in das fürbittende Gebet eingeschlossen werden, die Lebenden und die Toten – das ist ein Segen. Sag es als Mutter, als Vater deinem Kind: Ich bete für dich! Tun wir es füreinander, gerade dort, wo es Spannungen gibt, wo Beziehungen brüchig werden, wo Worte nichts mehr ausrichten. Gottes Barmherzigkeit ist größer als unsere Ratlosigkeit und Trauer.

4.5.2016 15 Uhr Stadtführung "Wege zur Barmherzigkeit"

"Wege zur Barmherzigkeit" - so ist das Erwachsenenbildungsprogramm der Seelsorgeeinheit Nürnberg-Südwest in dem von Papst Franziskus ausgerufenen "Heiligen Jahr der Barmherzigkeit" überschrieben.
Mit einem Mitarbeiter des Sozialmagazins „Der Straßenkreuzer“ besuchen wir am Nachmittag des Mittwoch, 4. Mai, Anlaufstellen für sozial benachteiligte Mitbürger in der Nürnberger Innenstadt.
„Auf Augenhöhe und konkret“: eine Stadtführung zu Orten gelebter Barmherzigkeit .
Menschen, die dort arbeiten, stellen sich und ihre Einrichtungen vor, und die Stadtführer berichten von ihren eigenen Erfahrungen. Auf unserer Route liegen z.B. das Sleep-In (Notschlafstelle für jugendliche Obdachlose), das Restaurant Estragon und die Lilith Boutique (mit Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung bzw. für drogenabhängige Frauen) und das Sozialwerk der Heilsarmee.
Gut zu wissen:
Treffpunkt: 15.00 Uhr auf dem Bahnsteig des U-Bahnhofs Röthenbach
Kosten: 6 € pro Person; maximal 20 Teilnehmer/innen; Dauer des Spaziergangs: ca. 2 Stunden    Anmeldung erforderlich bis 27.4.2016 im Kath. Pfarramt Maria am Hauch, Tel. 0911-67 11 19;
E-Mail: maria-am-hauch.nbg(at)bistum-eichstaett(dot)de Auf Ihr Kommen freut sich das Erwachsenenbildungsteam unserer SSE:Michael Berning (StW), Stefan Freudhöfer (StW), Maria Frohmann (MAH), Birgit Schellberg (SAM), GemRef. Irene Keil

Gottesdienstzeiten

Heilige Messen in der Pfarrei Stein

Samstag 16.30 Uhr im Caritas-Seniorenheim St. Albertus Magnus
Sonntag 10.00 Uhr 
Dienstag 10.00 Uhr im Caritas-Seniorenheim St. Albertus Magnus
Donnerstag 18.00 Uhr 
Freitag 17.00 Uhr in der Kapelle der Seniorenwohnanlage St. Michael

Beichtgelegenheit in der Pfarrei Stein

Samstag 15.30 bis 16 Uhr