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Interview der Redaktion mit Diakon Ulrich Wiechers

D: Grüß Gott!

R: Grüß Gott Herr Wiechers, sie sind seit einem halben Jahr "Ständiger Diakon". Woher kommt dieser Titel überhaupt? Was ist das für ein kirchlicher Dienst? Er ist ja vielen Christen nicht so bekannt.

D:Der Diakon heißt der Diener/Helfer der "Nächstenliebe".
Schon in der Urkirche ist die Weihe und der Dienst von Diakonen bekannt. In der Jerusalemer Urkirche sind 7 Diakone laut Neuen Testament benannt. Wir kennen  meist nur noch den ersten Blutzeugen, das ist der Märtyrerdiakon Stephanus, der sich für den Glaubensverkündigung einsetzte. Dies tat er vorrangig im Dienst an den Armen und Kranken.

Die jüdische Gemeinde Jerusalems steinigte ihn für Gotteslästerung unter der Aufsicht von Saulus, den späteren Apostel Paulus.

In der frühen Kirche kam dem römischen Diakon Laurentius besondere Bekanntheit zu. In Zeiten der Christenverfolgung verteilte er das Vermögen des Papstes, der schon verhaftet war, an die Armen und Kranken. Als er gefangen genommen wurde und die Schätze der Kirche herausgeben sollte, führte er den Kaiser zu den Armen und Siechen vor das Stadttor. Der Kaiser fühlte sich durch diesen "Reichtum an Arme" verspottet. Dafür erlitt Laurentius den Märtyrertod durch Folter und Verbrennung auf dem Gitterrost.

Der Diakonendienst war immer zuerst der tätige Liebesdienst. Die Liebe, die der Christ durch Gott erhält gibt er durch seinen Dienst weiter. Auch heute sieht man die Erstverkündigung am wirksamsten durch die Tat  vorangetrieben (so sieht es auch Papst Franziskus).  Wenn die Menschen Fragen haben, wenn sie durch den Liebesdienst angesteckt sind, ist erst die Zeit der Lehre und Wortverkündigung.

Der Dienst des Diakons wird in 1 Tim 3,8–13 gut beschrieben und es war ein Amt, was auch die Mitarbeit von Frauen (für Frauen) benötigte.

Über Jahrhunderte geriet der Dienst in der weströmischen Kirche in Vergessenheit und war nur noch eine Vorstufe zur Priesterweihe, wie es heute bei den zeitweisen Diakonen üblich ist.

Die oströmische Kirche hat diesen Dienst intensiver bis in die Gegenwart beibehalten.

R: Und wieso gibt es jetzt Diakone?

D: Im Zweiten vatikanischen Konzil (1962-1965) hat die katholische Kirche diesen eigentlichen Dienst in Rückbesinnung auf die Wurzeln unseres Glaubens - Christus und die Urgemeinde - wiederentdeckt und wiedereingeführt. Es braucht alle Dienste für das Reich Gottes.

Das Zweite Vatikanum beschreibt das Gottesvolk als pilgerndes und priesterliches Volk hier auf Erden. Auf Grund der Taufe, wo uns vorallem als Abbild Gottes die Würde des Königs, des vollwertigen und freien Menschens zu gesprochen wird, hat uns gleichzeitig als Christ einen priesterlichen und verkündigenden Auftrag zugesprochen.

Aus diesem Blick sind alle Dienste in der Pfarrei zu sehen, vom Beter über den Kirchenputz bis hin zu den außerordentlichen Diensten, die mit dem Weiheamt verbunden wurden.

Dem verheirateten Mann wurde besonders der diakonale Dienst aus diesem Konzil heraus zugesprochen.

R: Und wie wird man(n) jetzt Diakon?

D: Die Vorraussetzungen für den Kandidaten des Bewerberkreises ist, verheiratet und bewährt im Familienleben zu sein. Auch beruflich sollte er fest im Sattel sein. Die Frau muss mehrfach ihre Zustimmung geben. Nach entsprechender begleiteter Vorbereitungszeit von ca. 3 Jahren Fortbildung kann die Weihe stattfinden.

Dazu muss aber auch eine theologische Qualifikation vorliegen. Bei uns ist das zur Zeit für nebenberufliche Diakone der Würzburger Fernkurs in Theologie. Der nebenamtliche Diakon tut seinen Dienst quasi in seiner Freizeit, soweit sein Hauptberuf dies zulässt.

Ich selbst bin hauptberuflicher Diakon, da ich zuvor Gemeindereferent war und damit ein staatliches Diplom von der Katholischen Fachhochschule in Religionspädagogik und kirchlicher Bildungsarbeit habe.

Ein Theologiestudium an der Universität, wie es die Pastoralreferenten haben, ist natürlich ebenfalls ein möglicher Zugang zum Hauptberuf als Diakon.

Ob der Weg zum Diakon einem offen stehen, kann aber nur durch ein persönliches Gespräch mit den Vertretern der Bistumsleitung herausgefunden werden.

R: Was sind jetzt ihre konkreten Arbeitsfelder als Diakon?

D: In meinem Fall in so einem "Pastoralen Rau" wie "Nürnberg Südwest" ist es vor allem der Beerdigungsdienst, einer der Dienste der Caritas bzw. des Diakons.

Diese caritativen Dienste (Diakonia) sind eine sogenannte Säule der Gemeinde (Koinonia). Besuchsdienst bei Kranken, Asylbewerberarbeit, Hauskommunion und caritativen Hilfen gehören mit zu dieser Säule.

Eine weitere Säule ist die Verkündigung (Martyria)  Das Wort  (Evangelium) wird durch Lesung und sonntäglichen Predigtdienst verkündet und die Sakramentenvorbereitung zur zeit besonders  Erwachsene (fremdsprachliche) Taufbewerber gehören dazu.

Die noch fehlende Säule ist die Feier des Gottesdienstes (Liturgia), dass heisst ich assestiere dem Priester am Altar, halte Wortgottesdienste. Die Taufe und Ehespendung ist ein weiteres Privileg des Diakons.

Wie sie sehen, sind die Übergänge der drei Säulen der Gemeinde fließend. Auf jeden Fall soll der Diakon in allen drei Bereichen der Gemeinde beteiligt sein.

Es gibt auch Ausnahmen. Einige Diakone arbeiten in der Sonderseelsorge z.B. im Krankenhaus, Hospiz, Notfallseelsorge oder Gefängnis und haben dadurch einen caritativen Schwerpunkt.

Diakon Ulrich Wiechers:

 Ich bin 45 Jahre alt und gebürtig aus Wuppertal-Elberfeld.

Meine Wurzeln habe ich in der Meßdienerarbeit, Eine-Weltkreis, Jugendchor, Jugendliturgiekreis in meiner Heimatgemeinde und bei den Redemptoristen.

So machte ich nach meiner Ausbildung zum Kfz-Mechaniker das Fachabitur nach.

Es folgte mein Studium als Religionspädagoge in Mainz und ein Auslandspraktikum als MAZ (Missionar auf Zeit) in Südafrika bei den Comboni-Missionaren.

Nach der Berufseinführung als Gemeindereferent beim Erzbistum Köln erweiterte ich meine Qualifikationen durch eine Jahresfortbildung im familientherapeutischen Bereich in Osnabrück. Dem folgten einige Arbeitsjahre im sozialen Bereich, zuletzt am Bodensee, z.B. bei der Lebenshilfe und in einem Dialysezentrum.

Durch die Hochzeit an Pfingsten 2011 mit meiner Frau Irene, die einen Kindergarten in Neumarkt leitet,  kam ich in das Bistum Eichstätt.

Ich war jeweils zur Elternzeitvertretung von 2010 an zwei Jahre in der Seelsorgeeinheit Hilpoltstein-Jahrsdorf-Zell und ab 2012 zwei Jahre in der Seelsorgeeinheit Berching-Holnstein-Staufersbuch als Gemeindereferent im Dienst.

Ein Vorbereitungsjahr auf die Diakonenweihe folgte von 2014-2015 in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg.

Am 17. Oktober 2015 wurde ich zusammen mit Gemeinderferent Udo Jung in St. Pius Ingolstadt von H.H. Bischof  Dr. Gregor Maria  Hanke geweiht.

Nach der unerwarteten Frühgeburt unserer Tochter Stella am 9. Oktober 2015 ging ich in Elternzeit, was für mich eine wertvolle Erfahrung als Vater und Diakon im "Innendienst" wurde.

Als Diakon zur Aushilfe in Langwasser durfte ich viele wichtige Erfahrungen im "Außendienst" machen.

Nun freue ich mich darauf Gemeindemitglieder kennenzulernen und mich in meine Aufgabe im Seelsorgerbereich einzufinden, um viele Jahre hier wirken, mitarbeiten und mitleben zu dürfen.

Allen Gemeindemitgliedern, Kolleginnen und Mitbrüdern sei schon vorab herzlichst gedankt für das gemeinschaftliche Arbeiten.

 

 

Gottesdienstzeiten

Heilige Messen in der Pfarrei Stein

Samstag 16.30 Uhr im Caritas-Seniorenheim St. Albertus Magnus
Sonntag 10.00 Uhr 
Dienstag 10.00 Uhr im Caritas-Seniorenheim St. Albertus Magnus
Donnerstag 18.00 Uhr 
Freitag 17.00 Uhr in der Kapelle der Seniorenwohnanlage St. Michael

Beichtgelegenheit in der Pfarrei Stein

Samstag 15.30 bis 16 Uhr